Juli 28

Arrevederci Italia, Γεια σας Ελλάδα [Geia sas Elláda]

Am Mittwoch den 25.07.2019 kommt unser Vayu nach der Bauchreinigung und noch ein paar neuen Antifoulingschichten um die Mittagszeit wieder ins Element Wasser.

Wir machen die letzten Handgriffe und gehen noch ein wenig Proviant einkaufen, denn unser Plan sieht vor, dass wir am nächsten Tag so um 09.30 Uhr von Brindisi losstarten.

Am Donnerstag den 26.07.2019 sind wir nicht mehr zu halten!!!!! Zum Frühstück gibt es einen schnellen Kaffee und Tee. Nach der kurzen und schmerzlosen Verabschiedung werfen wir auch gleich die Leinen um 08:30 Uhr los. Somit schon mal eine Stunde früher als geplant.

Die Hafenausfahrt raus, dann biegen wir rechts ab und nehmen Kurs Richtung Otranto auf.

Wind ist so bei 9 Knoten somit zu wenig zum Segeln. Nach einiger Zeit entschließen wir uns dann doch die Segel zu setzen um unseren „Volv“ ein wenig zu unterstützen. Somit kommen wir zusammengerechnet mit dem laufenden „Volv“, den Segeln und etwas Strömung in Fahrtrichtung streckenweise mit 7 Knoten über Grund voran. Die Ansteuerung von Otranto gestaltet sich nicht schwer und wir kommen so um 16.30 Uhr an. Da am Beginn des Hafenbeckens das Ankern erlaubt ist, ist das unser Ziel. Natürlich sind schon einige Schiffe hier, die munter kreuz und quer ankern. Wir fahren eine Ehrenrunde, winken ein zwei Yachten zu und stoppen an dem Platz wo wir Ankern wollen. Wir werfen den Anker so bei 5 Meter Wassertiefe, Maschine retour, 20 Meter Kette draußen und, und der Anker tut was?? Genau, er HÄLT ne ne ne doch NICHT!!!! OK, OK, unter einigen Schaulustigen Anker wieder rauf, erneute Ehrenrunde durch das Hafenbecken, zwischen den ankernden Schiffen durch zum zweiten Versuch unter Beobachtung der anderen Yachten. Und jetzt kann jeder zweimal Raten ja genau ihr habt Recht. Wieder so 20 Meter Kette raus, Maschine retour, und ja, er hält!! Zwar etwas nah bei einem anderen Schiff, aber was hält, das hält. Im Laufe des Nachmittags bzw. Abends wird es dann richtig voll. Es sind kaum mehr als 30-40 Meter Platz rundumadum, bis zum nächsten Nachbarn. Dann steht nur noch Abendessen und Schlafen am Programm.

In der Nacht zum 27.07.2019 dreht der Wind und es geht um 03.00 Uhr der Ankeralarm los. Somit mal kurz die Lage checken. Es ist alles gut, der Anker hält, aber so richtig zur Ruhe bzw. zum Schlafen kommen wir nicht mehr. Somit steht einem frühen Start Richtung Griechenland nichts im Wege. „Volv“ starten, Anker auf, um 06:45 Uhr, und ab Richtung Hafenausfahrt. Unser Ziel, die Insel Othonoi liegt ca. 46 Seemeilen entfernt. Da wir wieder mal keinen oder nur wenig Wind haben, stellen wir „Volv“ auf Marschfahrt und „Robert“ (Autopilot) auf Kurs ein und los geht’s. Um 10:55 Uhr haben wir 10 Knoten Wind von rechts vorne und setzen die Segel um unserem „Volv“ ein wenig Unterstützung zu geben. Das bringt gleich einen Knoten mehr an Geschwindigkeit. Um kurz vor 12:30 Uhr wird unser Satellitentelefon aufgedreht und ein Testanruf nach Österreich gemacht, es funktioniert. Sarina telefoniert so 4 bis 5 Minuten mit ihrem Papa. Kurz darauf geht durch ein vor uns liegendes Nebelband die Sicht drastisch zurück. Wir sehen kaum noch eine Seemeile weit. Spannend.

Wir starten zum ersten Mal unser Radar auf See, um zu sehen ob, oder was in unserer Nähe ist, oder vielleicht auf uns zu kommt. Und wir können sagen, es funktioniert einwandfrei. So plötzlich der Nebel da war, ist er auch nach ca. 20 Minuten wieder weg. Gegen 14:00 Uhr schläft der Wind vollkommen ein. Es sind absolute 0 Knoten an der Anzeige abzulesen. Somit Segel bergen, denn weggeräumt ist weggeräumt.

Kurz darauf bekommen wir eine SMS auf unsere Handys das sie sich ins griechische Handynetz eingewählt haben. Links von uns sehr in der Ferne tauchen die Berge von Albanien auf, ein schöner Anblick.

Wir wollen auf die Südseite der Insel Othonoi da gibt es laut Lektüre und unserem Kartenplotter eine super und nach Süden offene Ankerbucht. Da wir ja schon im Griechischen Handynetz sind, checken wir nochmal die Wetterdaten. OK, für den ganzen Sonntag ist Starkwind angesagt und aus welcher Richtung? Natürlich aus SÜDEN mit 20-30 Knoten Wind. Es würde also in einer nach Süden offenen Ankerbucht nicht ganz so prickelnd werden. Somit Lektüre schnappen und in den Kartenplotter ( der bekommt auch noch nen Spitznamen ) gucken. Der Entschluss ist gefasst, wir ändern unseren Kurs auf die Nordseite der besagten Insel. Da gibt es eine Bucht die gegen Südwind schützt ist. Gesagt, getan, und kurz darauf ist die Insel zu sehen. Gegen 16 Uhr beginnen wir die Ansteuerung. Da es laut Karte und unserem Plotter hier einige Felsen und Untiefen gibt, sind wir sehr langsam unterwegs. Es liegen auch noch einige andere Schiffe hier vor Anker. Durch Steine, Felsen, Seegras und ein wenig Sand ist das Finden des richtigen Ankerspots gar nicht so einfach. Beim ersten Versuch wickelt sich unsere Ankerkette um nen gar nicht mal so kleinen Fels. Mit Schiff vor, zurück, hin und her bekommen wir sie wieder frei und den Anker wieder rauf. Beim zweiten Versuch rutscht er nur über Steine und will sich nicht eingraben. Beim dritten Versuch ein starker Ruck durchs Schiff und wir stehen. Wir wissen nicht genau wo er sich fest hält aber er hält. Die Nacht verläuft ruhig. Einmal ein Ankeralarm aber alles war Gut. Lieber einmal öfter aus dem Schlaf gerissen und nichts ist passiert, als einmal zu wenig und man landet an Land.

27.07.2019 Halbwegs ausgeschlafen beginnen wir den Tag mit ein wenig Frühstück. Dann gehen wir es an!! Unser Dinghy kommt ins Wasser und ab mit uns an Land um uns ein wenig die Beine zu vertreten und auch das Wasser von Land aus zu genießen.

Herrlich heißer Tag, angenehm temperiertes Wasser. An Land treffen wir auf ein Seglerpaar aus Großbritannien mit denen wir zu plaudern beginnen. Die sind das zweite Jahr in Folge mit ihrer 10 Meter Ketch unterwegs. Für den späteren Nachmittag sind wir auf ihr Schiff eingeladen. Es gibt Tee. In Großbritannien und auf Schiffen die dort zugelassen sind, ist das so üblich. Vielleicht segeln wir die nächste Etappe miteinander, na schauen wir mal. Wir verbringen einen sehr tollen Nachmittag und beobachten das Kommen und Gehen von Schiffen. Übergeblieben sind zu beginn der Dämmerung 6 Segelschiffe die, so wie es scheint, hier die Nacht vor Anker verbringen und den morgigen Tag mit Starkwind abwarten. Wir tun das hier auch. Die Nacht zum Sonntag den 28.07.2019 war zwar etwas schaukelig aber die vor uns liegende Insel gab einen hervorragenden Windschutz ab. Unsere Ankerkette kratzt und rumpelt zwar immer wieder unangenehm über den felsigen Boden, aber solange der Anker hält, ist es auszuhalten. Wir beobachten die Wolken die von Süden kommend über die Insel Othonoi rasen. Bei uns in der Bucht sind es so um die 5 Knoten Wind, in der Böe um die 16 Knoten. Wir planen mal für Montag Vormittag die Überfahrt zur Insel Errikousa. Da der Wind in der Nacht zu Montag schwächer werden und von Süd auf Nord drehen soll, wollen wir an die Südseite der Insel. Laut unserem Buch „Griechische Küste, Häfen und Ankerplätze“ soll es dort im Süden eine gute nach Norden geschützte Ankerbucht geben. Vielleicht können wir dort auch etwas Diesel für unseren „Volv“ Jagen und uns mit noch ein wenig Proviant eindecken. Denn was man hat das hat man! Wir hoffen ihr kommt alle gut in die nächste Woche und wir berichten euch so schnell wie möglich wie es bei uns voran geht.

Grüße und alles Liebe aus Griechenland von Sarina, Peter und Vayu.


Schlagwörter: , , ,

Veröffentlicht28. Juli 2019 von Peter in Kategorie "Griechenland", "Vayu reist umadum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.