September 30

Fotoalbum Juli, August und September 2019

Ohne viele Worte, kannst du hier sehen, was wir erlebt haben.
Wir haben den Sommer sehr genossen!
Jetzt sind wir gespannt, was der Herbst bringt!

Viele Tage haben wir in Korfu Stadt verbracht. Hier gibt es viel zu sehen und gute Einkaufsmöglichkeiten (gut steht bei uns vorallem für günstig 😉 ) Wir schlendern gerne durch die Innenstadt, aber auch durch die Gassen in den Wohnvierteln.

Petriti, ein kleines Fischerdorf
Ein österreichisches Stahlboot hat es von hier leider nicht mehr weg geschafft. (Genaueres konnten wir nicht herausfinden. Hat vielleicht schon mal jemand was von dem Wrack gehört? Würde mich interessieren, warum es hier gestrandet ist.)

unsere geliebte „Fischsprungbucht“
In der Früh haben uns die Schwalben geweckt…leider haben sie auch ihre Spuren hinterlassen.
Der weiße Fleck ist Jonathan. Eine Möve, die uns jeden Nachmittag besuchte.
Peter die Ankerkettenwaschanlage! Hier ist es sehr schlammig. Den Schlamm wollen wir natürlich nicht im Ankerkasten haben.

Lakka auf der Insel Paxos

meine Eltern sind zu Besuch

Dank Herta und Karin haben wir einen Toaster an Bord!!

Essensexplosion

Peter genießt sein Bier, das er im April zum Geburtstag bekommen hat natürlich mit einer Zigarre.

beim Segeln

unser 1. Fisch

Fische

Abendstimmung

unser 6. Hochzeitstag
bevor wir unseren Brunch genießen durften, wollte der Grauwassertank (Abwasser vom Spülbecken) gereinigt werden 😀

In Agios Stefanos haben wir einer englischen Familie geholfen. Als Dankeschön haben wir eine große Flasche Sekt bekommen. Jetzt haben wir sie endlich geöffnet.

Boris auf seiner Leni – das Boot ist nur 5,18m lang und früher am Neusidler See gesegelt

Allgemein

die Restauration ist nie zu Ende

September 26

Auftakt zum Herbst!

Hallo, hallo! Heute war im Kanal von Korfu der Auftakt zum Herbst!
Wir sind am Weg von unserer geliebten Fischsprungbucht nach Korfu Stadt um uns dort mit einem Freund zu treffen. Dieser Freund ist der Däne Keld, den wir aus Brindisi kennen. Er hat seine „Freedom“ nun den 8. Winter in der Cantiere Danese.
Bald nach der Ausfahrt aus der Bucht, wird es hinter und über Korfu immer dunkler. Wir haben Glück und können gemütlich mit Rückenwind segeln. Auf ca. halber Strecke können wir Korfu plötzlich nicht mehr sehen, weil es in Regen gehüllt ist. Unser Spion Boris auf „Leni“ der schon in Korfu ist, berichtet uns, dass es Schüttet. Es stimmt also was wir sehen!
Meine Taktik ist: absichtlich langsam fahren. Hoffentlich hat es sich ausgeregnet, bis wir ankommen und wir müssen nicht bei Regen ankern.
Dann beginnt es auch bei uns zu regnen. Aber zum Glück nur Regen und kein Sturm. Also alles halb so schlimm wie ich finde.
Während wir im Regen so langsam dahinsegeln, erkenne ich meinen Skippy nicht wieder. Er motzt und jammert die ganze Zeit. „Warum regnet es?“, „Das ist so nass.“, „Das hab ich aber so nicht bestellt!“, „Das steht nicht im Reiseführer!“. Ich wusste bis heute nicht, dass Peter wirklich so wasserscheu ist.
Naja, mein Plan geht natürlich nicht auf. Wir sind auch mit 2 Knoten noch zu schnell. Also müssen wir bei Regen ankern. Das meistern wir aber bravourös und finden sogar einen tollen Sandfleck zwischen all dem Seegras für unseren Anker.
Hier bleiben wir für ein paar Tage! Wir wollen Keld treffen, Wäsche waschen und einkaufen.

Alles Liebe und bis bald!

August 6

Was für eine Nacht!?!

Hier kannst du lesen, was wir in der letzten Woche so erlebt haben. Die Pointe kommt zum Schluss, und zwar der Bericht über die Nacht von Samstag auf Sonntag! Du kannst gespannt sein!

Also, die Bucht vor dem Hafen von Ereikoussa wo wir am Montag den 29.07.2019 sind, ist ein Reinfall für uns. Warum? Tja, das mit dem geschützt sein vor dem Wind stimmt, aber leider kommt unangenehmer Schwell in die Bucht. Dieser Schwell, und die Tatsache, dass am Nachmittag unser Anker einmal slippt, hat uns keine gute Nacht beschert. Beim nächsten Mal wissen wir es besser 😉 wir stehen ja noch ganz am Anfang unserer Reise. Nachdem Peter einige Stunden der Nacht im Cockpit verbracht hat, stehe ich heute früher auf und lasse ihn noch schlafen. Während ich meinen Frühstückstee schlürfe, fasse ich den Entschluss, dass ich noch heute hier weg will, weil es eigentlich unerträglich ist. Nachdem der eigentliche Frühaufsteher heute mal länger schläft, wecke ich ihn mit einem Kaffee. Weil zu spät will ich natürlich auch nicht starten. Noch während Peter seinen ersten Kaffee zu sich nimmt, holen wir den Anker auf und beschließen, dass wir uns zumindest die nächste Bucht anschauen. Bis zur nächsten Bucht kommen wir garnicht. Vayu will segeln! Und ich auch 😀 ! Bis hier her, sind wir ja nur motort. Also werden die Segel gesetzt und wir fahren Richtung Insel Korfu, wo wir auch unsere englischen Freunde Agnieszka und Lee wieder treffen wollen. Die Überfahrt von 21,6 Seemeilen genießen wir hauptsächlich mit Rückenwind.

Als wir dann um die Kurve herum und zwischen Korfu und Albaniern sind, nimmt der Wind noch ein Wenig zu und Vayu erfreut sich des Segelns noch mehr. Sogar so sehr, dass wir ein Stück an unserem Ziel vorbei fahren. Wir müssen ihm also die Segel fast entreißen. Unter Motor steuern wir dann bei fast 20 Knoten die kleine, enge Bucht in Agios Stéfanos an.

Es liegen schon viele Boote hier und aufgrund der Tiefenbereiche und der Bodenbeschaffenheit ist es garnicht so einfach hier zu ankern. Unsere Freunde erzählen uns, dass in der Nacht davor einige Boote gedriftet sind. Unser Anker hält beim zweiten Versuch und wir beobachten die Lage. Aus irgendeinem uns unerklärichen Grund haben wir beschlossen den Anker nicht wie gewohnt, und wie gelernt mit der Maschine rückwärts einzufahren sondern nur durch den Wind, der uns von vorne auf die Nase bläst. Das war natürlich eine blöde Idee. Also müssen wir auch noch ein drittes Mal ankern. Leider müssen wir in 17 Meter Wassertiefe Ankern, aber diesmal läuft alles wie im Lehrbuch und der Anker hält tadellos! Zwei Tage später sind wir immer noch in der Bucht und wir haben auch beschlossen, noch ein paar Tage hier zu bleiben. Also warten wir ab, bis die Urlauber in der Früh weiterziehen und legen uns dann weiter in die Bucht rein. An diesem Platz liegen wir jetzt seit Donnerstag und unser Anker hält bombenfest! In den paar Tagen in denen wir hier sind, haben wir neue Leute kennengelernt, konnten die Umgebung ein Wenig erkunden und natürlich waren wir viel schwimmen und plantschen. Am Freitag Abend haben wir mit Agnieszka und Lee an einem kleinen Strand, an den man nur mit dem Dinghy kommt, ein Minilagerfeuer gemacht und haben Würstel gegrillt.

Im Allgemeinen ist am Vormittag im Sommer in diesem Gebiet zwischen Korfu und Festland meinstens kein Wind. Am Nachmittag kommt dann eine leichte Briese und am Abend wird es wieder fast Windstill. Falls dann aber doch mal etwas anders ist, und am Beginn des Abends der Wind kurz auffrischt gibt es herrliches „Buchtkino“ zu sehen. Die Boote, die bei Windstille den Anker einfach nur ins Wasser plumpsen lassen und viel zu knapp neben einander stehen, wurschteln dann alle herum und wir sitzen mit Bier und Chips an Deck und beobachten das Spektakel 😀

Wer jetzt denkt, das war das Hightlight dieser Erzählung liegt falsch, denn das kommt jetzt!

Charaktere des Nachtspektakels:
wir mit Vayu
unsere englischen Freunde mit Khadine II
das Boot von unseren eglischen Bekannten
ein Boot mit US Flagge (Geschichte 1)
ein Boot mit einem älten Pärchen (Geschichte 2)
ein Boot mit italienischer Flagge (Geschichte 3)
und ein paar andere Boot

Vorgeschichte:

Am Samstag Nachmittag ist das Wetter sehr ruhig, und schön zum Baden und Plantschen. Deshalb ist die Bucht Agios Stéfanos von Booten überfüllt. Wir wissen zum Glück, dass der Wind in der Nacht sehr böig werden wird (bis 20 Knoten), also klaren wir Cockpit und Deck auf, und räumen jede unnötige Windangriffsfläche weg. Beim Schlafengehen ist noch alles ganz friedlich.

Um ca. 02:00 Uhr stehe ich das erste Mal auf, weil ich Ankerketten rasseln höre. Das italienische und das amerikanische Boot veruchen zu ankern. Nachdem ich 15 Minuten an Deck war, hat sich alles wieder beruhigt und ich lege mich wieder nieder. Peter schläft. Um 02:45 Uhr wird es wieder laut in der Bucht. Also gehe ich wieder nach draußen, um die Lage zu checken. Peter schläft immer noch. Als dann aber 15 Minuten später andere Bootsbesitzer zu schreien beginnen, wacht Peter doch auch auf und erscheint an Deck 😉 Mittlerweile ist bei fast jedem Boot in der Bucht mindestens eine Person wach und an Deck.

Die folgenden 3 Geschichten finden fast gleichzeitig statt.

Geschichte 1:

Das Boot mit US Flagge versucht neben uns zu ankern, vermutlich mit viel zu wenig Kette, weil auch hinter ihnen gleich das nächste Boot liegt, und zwar Khadine II. Die Besatzung ist an Deck und wartet ab, ob der Anker hält. Natülich hält er nicht. Sie warten aber so lange, bis sich die beiden Boote schon gefählich nahe kommen. Beim einholen des Ankers hat das Boot mit der US Flagge Probleme mit der Ankerwinsch, fährt aber trotzem zwischen den anderen Booten herum. Keiner weiß also wie tief im Wasser deren Anker jetzt hängt. Da er auch vor uns kreuzt, haben wir Angst, dass er sich in unserer Kette verhängt. Wegen des Windes hängt unsere Kette nämlich nicht gerade nach unten, sondern ist nach vorne weg gespannt. Nachdem der Skipper dieses Bootes von einem Bootseigner angeschrien wurde, dass er neben ihm keinesfalls zu ankern versuchen braucht treibt das Boot mit der US Flagge auf uns zu. Sein Heck schrammt an unserem Bug vorbei und dann liegen die Boote fast längsseits aneinander. Peter und ich hoffen nur, dass unser Anker nicht ausgerissen wurde. Wir haben eine gute Scheuerleiste, also kann Vayu nicht viel passiern. Als das Boot so längsseits, mit dem Heck an Vayus Bug, da liegt und alle verzweifelt versuchen die Boote wieder zu trennen, bemerken wir, dass das Boot mit US Flagge deshalb keinen Vorwärtsschub gibt, weil es sich mit dem Ruderblatt in unserer Kette eingehängt hat. Zum Glück bekommen wir es irgendwie frei. Dann hängt aber noch ihr Dinghy auf der anderen Seite von Vayu fest. Auch das bekommen wir irgendwie frei. Einmal probieren sie noch zu ankern, und dann fahren sie zum Glück weg. (Am Nachmittag hatten sie mit Buganker und Heckleine an Land festgemacht. Diese Landleine ist jetzt in unserem Besitz. Quasi als Entschädigung für den Kratzer an der Bugrehlingstütze.)

Geschichte 2:

Unsere englischen Bekannten sind gerade unter Deck und machen sich eine Tasse Tee, als sie draußen jemand rufen hören „The Ship! The Ship! The Ship!“ Die Rufe bringen sie wieder zurück an Deck. Gleich darauf ist auch das Signalhorn gezückt und in Verwendung. Das Boot des älteren Paares ist auf Drift gegangen, und treibt genau auf das Boot des englischen Paares zu. Auf dem anderen Boot scheint aber noch niemand wach zu sein, also werden sie durch das Signalhorn geweckt. Leider kann ein Zusammenstoß nicht mehr verhindert werden. Das driftende Boot kommt quer auf den Bug des ankernden Bootes zu. Die gerade erwachte Besatzung des driftenden Bootes ist in Schockstarre und weiß nicht was sie tun soll. Nach dem Zusammenstoß sind die Ankerketten der Boote über kreuz. Die englischen Bootseigner machen das Schiff des älteren Paaren an dem ihren fest. Irgendwie schaffen sie es, den Anker und die Kette zu bergen, ohne den Anker des englischen Bootes zu lösen. Leider wurde bei dem Zusammenstoß die Bugrehling des englischen Bootes verbogen. Aber der beste Satz dieser Geschichte zum Schluss. Der schlaftunkene Skipper des driftenden Bootes meinte: „Nein, wir driften nicht. Wir sind ja festgemacht. Dein Boot ist in meines rein gefahren.“

Geschichte 3:

Das italienische Boot ankert links von uns. In dem ganzen Trubel von Zusammenstößen geht auch dieses Boot auf Drift. Mit dem Unterschied, dass hinter ihm sehr viel Platz ist bis zum nächsten Schiff. Da wir Personen an Deck sehen, kann diesmal das Signalhorn leise bleiben. Jedoch unternimmt dort keiner etwas. Das finden wir alle komisch und beobachten. Die Person an Deck schaut nur auf die Ankerkette. Es wird der Motor nicht gestartet, auch die Kette nicht eingeholt und das Boot treibt immer weiter ab. Nachdem das italienische Schiff dann doch einem anderen Boot immer näher kommt, es aber noch immer nicht danach aussieht, dass die Leute einen Plan haben, schmeißt sich Lee ins Dinghy und fährt zu ihnen. Er fragt ob sie Hilfe brauchen. Der Mann hält das Steuerrad in der Hand, würdigt Lee mit keinem Blick und sagt „No“ „But you look like you need help.“ „No“ Also fährt Lee ohne zu helfen wieder zu Khadine II. Wir sehen dann das Boot in der Ferne wegfahren. Sie haben vermutlich den Motor doch noch gestartet. Keiner weiß was in denen vorsich ging.

Als alle driftenden Boote weg sind, beruhingt sich die Lage in der Bucht wieder und nach und nach verschwinden die Leute vom Deck ihrer Schiffe wieder in die Koje. Gut schlafen kann jetzt aber glaub ich keiner mehr. Wir schlafen dann um 05:00 Uhr doch nochmal ein. Den wieder windigen und vorallem böigen Sonntag verbringen Peter und ich auf Vayu. Laut Wettervorhersage wird die Nacht von Sonntag auf Montag gleich wie die vorige. Das Gute ist aber, dass der Nachmittag auch windig ist. Also bleibt die Bucht am Sonntag sehr leer und es liegen nur die Schiffe da, die schon seit mindestens 2 Tagen hier sind. Alle die am Nachmittag zu ankern versuchen scheitern und fahren weiter. Das bedeutet, wir haben zwar eine windige, aber trotzdem eine ruhige Nacht.

Bis bald und liebe Grüße von Sarina, Peter und Vayu

Juli 28

Arrevederci Italia, Γεια σας Ελλάδα [Geia sas Elláda]

Am Mittwoch den 25.07.2019 kommt unser Vayu nach der Bauchreinigung und noch ein paar neuen Antifoulingschichten um die Mittagszeit wieder ins Element Wasser.

Wir machen die letzten Handgriffe und gehen noch ein wenig Proviant einkaufen, denn unser Plan sieht vor, dass wir am nächsten Tag so um 09.30 Uhr von Brindisi losstarten.

Am Donnerstag den 26.07.2019 sind wir nicht mehr zu halten!!!!! Zum Frühstück gibt es einen schnellen Kaffee und Tee. Nach der kurzen und schmerzlosen Verabschiedung werfen wir auch gleich die Leinen um 08:30 Uhr los. Somit schon mal eine Stunde früher als geplant.

Die Hafenausfahrt raus, dann biegen wir rechts ab und nehmen Kurs Richtung Otranto auf.

Wind ist so bei 9 Knoten somit zu wenig zum Segeln. Nach einiger Zeit entschließen wir uns dann doch die Segel zu setzen um unseren „Volv“ ein wenig zu unterstützen. Somit kommen wir zusammengerechnet mit dem laufenden „Volv“, den Segeln und etwas Strömung in Fahrtrichtung streckenweise mit 7 Knoten über Grund voran. Die Ansteuerung von Otranto gestaltet sich nicht schwer und wir kommen so um 16.30 Uhr an. Da am Beginn des Hafenbeckens das Ankern erlaubt ist, ist das unser Ziel. Natürlich sind schon einige Schiffe hier, die munter kreuz und quer ankern. Wir fahren eine Ehrenrunde, winken ein zwei Yachten zu und stoppen an dem Platz wo wir Ankern wollen. Wir werfen den Anker so bei 5 Meter Wassertiefe, Maschine retour, 20 Meter Kette draußen und, und der Anker tut was?? Genau, er HÄLT ne ne ne doch NICHT!!!! OK, OK, unter einigen Schaulustigen Anker wieder rauf, erneute Ehrenrunde durch das Hafenbecken, zwischen den ankernden Schiffen durch zum zweiten Versuch unter Beobachtung der anderen Yachten. Und jetzt kann jeder zweimal Raten ja genau ihr habt Recht. Wieder so 20 Meter Kette raus, Maschine retour, und ja, er hält!! Zwar etwas nah bei einem anderen Schiff, aber was hält, das hält. Im Laufe des Nachmittags bzw. Abends wird es dann richtig voll. Es sind kaum mehr als 30-40 Meter Platz rundumadum, bis zum nächsten Nachbarn. Dann steht nur noch Abendessen und Schlafen am Programm.

In der Nacht zum 27.07.2019 dreht der Wind und es geht um 03.00 Uhr der Ankeralarm los. Somit mal kurz die Lage checken. Es ist alles gut, der Anker hält, aber so richtig zur Ruhe bzw. zum Schlafen kommen wir nicht mehr. Somit steht einem frühen Start Richtung Griechenland nichts im Wege. „Volv“ starten, Anker auf, um 06:45 Uhr, und ab Richtung Hafenausfahrt. Unser Ziel, die Insel Othonoi liegt ca. 46 Seemeilen entfernt. Da wir wieder mal keinen oder nur wenig Wind haben, stellen wir „Volv“ auf Marschfahrt und „Robert“ (Autopilot) auf Kurs ein und los geht’s. Um 10:55 Uhr haben wir 10 Knoten Wind von rechts vorne und setzen die Segel um unserem „Volv“ ein wenig Unterstützung zu geben. Das bringt gleich einen Knoten mehr an Geschwindigkeit. Um kurz vor 12:30 Uhr wird unser Satellitentelefon aufgedreht und ein Testanruf nach Österreich gemacht, es funktioniert. Sarina telefoniert so 4 bis 5 Minuten mit ihrem Papa. Kurz darauf geht durch ein vor uns liegendes Nebelband die Sicht drastisch zurück. Wir sehen kaum noch eine Seemeile weit. Spannend.

Wir starten zum ersten Mal unser Radar auf See, um zu sehen ob, oder was in unserer Nähe ist, oder vielleicht auf uns zu kommt. Und wir können sagen, es funktioniert einwandfrei. So plötzlich der Nebel da war, ist er auch nach ca. 20 Minuten wieder weg. Gegen 14:00 Uhr schläft der Wind vollkommen ein. Es sind absolute 0 Knoten an der Anzeige abzulesen. Somit Segel bergen, denn weggeräumt ist weggeräumt.

Kurz darauf bekommen wir eine SMS auf unsere Handys das sie sich ins griechische Handynetz eingewählt haben. Links von uns sehr in der Ferne tauchen die Berge von Albanien auf, ein schöner Anblick.

Wir wollen auf die Südseite der Insel Othonoi da gibt es laut Lektüre und unserem Kartenplotter eine super und nach Süden offene Ankerbucht. Da wir ja schon im Griechischen Handynetz sind, checken wir nochmal die Wetterdaten. OK, für den ganzen Sonntag ist Starkwind angesagt und aus welcher Richtung? Natürlich aus SÜDEN mit 20-30 Knoten Wind. Es würde also in einer nach Süden offenen Ankerbucht nicht ganz so prickelnd werden. Somit Lektüre schnappen und in den Kartenplotter ( der bekommt auch noch nen Spitznamen ) gucken. Der Entschluss ist gefasst, wir ändern unseren Kurs auf die Nordseite der besagten Insel. Da gibt es eine Bucht die gegen Südwind schützt ist. Gesagt, getan, und kurz darauf ist die Insel zu sehen. Gegen 16 Uhr beginnen wir die Ansteuerung. Da es laut Karte und unserem Plotter hier einige Felsen und Untiefen gibt, sind wir sehr langsam unterwegs. Es liegen auch noch einige andere Schiffe hier vor Anker. Durch Steine, Felsen, Seegras und ein wenig Sand ist das Finden des richtigen Ankerspots gar nicht so einfach. Beim ersten Versuch wickelt sich unsere Ankerkette um nen gar nicht mal so kleinen Fels. Mit Schiff vor, zurück, hin und her bekommen wir sie wieder frei und den Anker wieder rauf. Beim zweiten Versuch rutscht er nur über Steine und will sich nicht eingraben. Beim dritten Versuch ein starker Ruck durchs Schiff und wir stehen. Wir wissen nicht genau wo er sich fest hält aber er hält. Die Nacht verläuft ruhig. Einmal ein Ankeralarm aber alles war Gut. Lieber einmal öfter aus dem Schlaf gerissen und nichts ist passiert, als einmal zu wenig und man landet an Land.

27.07.2019 Halbwegs ausgeschlafen beginnen wir den Tag mit ein wenig Frühstück. Dann gehen wir es an!! Unser Dinghy kommt ins Wasser und ab mit uns an Land um uns ein wenig die Beine zu vertreten und auch das Wasser von Land aus zu genießen.

Herrlich heißer Tag, angenehm temperiertes Wasser. An Land treffen wir auf ein Seglerpaar aus Großbritannien mit denen wir zu plaudern beginnen. Die sind das zweite Jahr in Folge mit ihrer 10 Meter Ketch unterwegs. Für den späteren Nachmittag sind wir auf ihr Schiff eingeladen. Es gibt Tee. In Großbritannien und auf Schiffen die dort zugelassen sind, ist das so üblich. Vielleicht segeln wir die nächste Etappe miteinander, na schauen wir mal. Wir verbringen einen sehr tollen Nachmittag und beobachten das Kommen und Gehen von Schiffen. Übergeblieben sind zu beginn der Dämmerung 6 Segelschiffe die, so wie es scheint, hier die Nacht vor Anker verbringen und den morgigen Tag mit Starkwind abwarten. Wir tun das hier auch. Die Nacht zum Sonntag den 28.07.2019 war zwar etwas schaukelig aber die vor uns liegende Insel gab einen hervorragenden Windschutz ab. Unsere Ankerkette kratzt und rumpelt zwar immer wieder unangenehm über den felsigen Boden, aber solange der Anker hält, ist es auszuhalten. Wir beobachten die Wolken die von Süden kommend über die Insel Othonoi rasen. Bei uns in der Bucht sind es so um die 5 Knoten Wind, in der Böe um die 16 Knoten. Wir planen mal für Montag Vormittag die Überfahrt zur Insel Errikousa. Da der Wind in der Nacht zu Montag schwächer werden und von Süd auf Nord drehen soll, wollen wir an die Südseite der Insel. Laut unserem Buch „Griechische Küste, Häfen und Ankerplätze“ soll es dort im Süden eine gute nach Norden geschützte Ankerbucht geben. Vielleicht können wir dort auch etwas Diesel für unseren „Volv“ Jagen und uns mit noch ein wenig Proviant eindecken. Denn was man hat das hat man! Wir hoffen ihr kommt alle gut in die nächste Woche und wir berichten euch so schnell wie möglich wie es bei uns voran geht.

Grüße und alles Liebe aus Griechenland von Sarina, Peter und Vayu.

Juli 11

Badebuchtspaß, oder so ähnlich!

Am Morgen des 09. Juli 2019 (Dienstag) checken wir nochmal alle Wetter Apps, damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt. Alles sieht super aus! Es sind maximal 8 Knoten Wind aus Südwest, ungetrübter Sonnenschein und kein Regen zu erwarten. Somit starten wir um ca. 11 Uhr unseren „Volv“ und legen ab. Die Reise geht in die Bade- und Ankerbucht, in der wir auch am Wochenende waren. Wir fahren die Hafenausfahrt hinaus und biegen links ab.

Kurs Richtung Nordwest, Gashebel nach vor, 5 Knoten über Grund, Autopilot „Robert“ einschalten und ab geht’s. Alles in allem sind es ca. 5 Seemeilen die bewältigt werden müssen, somit überhaupt kein Thema. (Die schwarze Linie zeigt den Weg, den wir zurückgelegt haben)

Bei der Bucht angekommen sehen wir einige Motor- und auch zwei Segelboote vor Anker. Wir suchen uns dazwischen einen Platz und haben ca. 5 Meter Wasser unter dem Kiel. An diesem von uns gewählten Platz hält Vayu den Bug in den Wind und stoppt. Der Anker fällt, wir geben ca. 30 Meter Kette und er hält! Alles läuft gut und wie im Lehrbuch. Endlich können wir rund um das eigene Schiff schwimmen (darauf hat sich Sarina schon sehr gefreut), schnorcheln und herumplantschen.

Fast unmerklich wird es hinter uns im Nordwesten immer dunkler. Nicht schlimm nur etwas dunkler. Der Badespass geht weiter. Ca.1 Stunde später fragen wir uns, wo ist die Sonne hin?? Hinter dunklen, wirklich dunklen schwarzen Wolken verschwunden!! Es blitzt, aber warum, wir können gar nicht zu schnell unterwegs gewesen sein, da wir ja vor Anker liegen und ein Radarkasten ist uns am Weg her auch nicht aufgefallen. Ok, kurz darauf ein Donnern. Verstanden, Gewitter im Anmarsch. Alle Boote, Schiffe und Segler, somit auch wir, beginnen fast gleichzeitig den Motor zu starten und Anker zu heben. Da fast kein Wind bläst, also nur ca. 5 Knoten von vorne auf die Nase, sind die 5 Seemeilen in den Hafen an unseren halbwegs geschützten Liegeplatz ja sicher ohne weiteres in 1 Stunde zu bewältigen. Da wir das Gewitter im Rücken haben kein Problem. Ja das denken wir uns so! Und es sieht auch 30 Minuten lang danach aus. Blitze sehen wir hinter uns ins Wasser und rechts von uns an Land einschlagen.

OK, OK, Drehzahl erhöhen, somit machen wir jetzt 6 Knoten und ein etwas kleineres Segelboot bleibt ganz nahe an uns dran, zuerst links, dann so 20 Meter hinter uns. Somit, falls es sich ein Blitz überlegt, ein Boot zu treffen, hat jeder eine 50 zu 50 Chance. Die Sicht wird immer schlechter, also drehen wir unsere Navigationslichter und Dampferlaterne auf. In der Hoffnung besser gesehen zu werden. Wir wissen nicht genau, wie weit die Blitze entfernt sind, aber, wenn es neben einem einige Male extrem hell wird und in der Sekunde Kracht, so, dass es danach kurz in den Ohren pfeift, denken wir, das Gewitter ist noch weit genug entfernt, passt schon. So jetzt nur nicht zu früh freuen. Als wir in die Hafeneinfahrt einlenken, wo man eigentlich hinter einer sehr hohen Mauer geschützt ist, geht es erst richtig los!!! Von jetzt auf gleich, strömender Regen und die Windböen gehen auf 30 Knoten rauf, von rechts kommend. Somit in der Sekunde keine Sicht mehr, egal wo hin!! Blitz und Donner fast im Sekundentakt. Erwähnte ich schon, dass die Sicht fast Null war in der Hafeneinfahrt, naja gibt ja auch schlimmeres. Laut Kartenplotter sind wir am richtigen Weg und bei dem Wetter fährt ja hoffen wir mal, keiner freiwillig raus. So tasten wir uns weiter und 10 Minuten später wird der Regen schwächer und dadurch wird auch die Sicht wieder gut. Beim Ankommen an unserem Liegeplatz ist der Regen vorüber, aber der Wind ist noch zwischen 15 und 20 Knoten von rechts. Zwei Anlegeversuche später immer noch nicht geschafft in unsere Parklücke zu kommen. Unser Vayu wird so stark seitlich weggedrückt, das ich es nicht schaffe in unsere Parklücke zu kommen. Die Gefahr in die Muringleinen der Nachbarschiffe zu geraten ist zu groß. Somit legen wir uns im Werftbereich an eine andere Stelle in das Kran U. Dort machen wir fest und warten ab. Zwei Stunden Später schläft der Wind halbwegs ein und wir können ohne Probleme und in einem Zug an unserem Liegeplatz festmachen. Ich kann nur sagen, es war ein spannender und aufregender Tag!!!! Das Unwetter hat auch einen Verlust mit sich gebracht: die besagte Dampferlaterne die im oberen drittel im Mast sitzt, bei uns jetzt besser gesagt saß, hat es erwischt. Glas zerbrochen und Lampe zerlegt. Somit leuchtete sie auch nicht mehr, komisch oder? Wird in den nächsten tagen repariert. Den Abend lassen wir mit Bier und Zigarre ausklingen.

Es tut uns wirklich leid, dieses Mal wenig Bilder gemacht zu haben, die wir euch zeigen können!!!

Soll keine Ausrede sein, ich muss aber sagen, dass Sarina und ich alle Hände voll zu tun hatten um uns, und unseren Vayu sicher und unbeschadet (bis auf die Dampferlaterne) an unseren Liegeplatz zu bringen.

Wir melden uns schnellstmöglich wieder und hoffen ihr habt auch so eine aufregende und abenteurliche Zeit

LG die Sommers, Sarina-Peter und natürlich auch VAYU

PS: Am Mittwoch haben wir dann das angesagte Gewitter im Hafen abgewettert.

Juli 8

Eis in Monopoli!

Wir legen am Freitag den 05.07.2019 um ca. 11:30 Uhr in Brindisi bei der Werft ab. Sarina am Steuerrad und Gashebel, ich mache die Leinen los und ruck zuck sind wir weg. Der Weg raus aus dem Hafen dauert knapp eine Stunde. Dann können wir bei 10 Knoten Wind endlich die Segel setzen und den Motor abstellen.

Unser Ziel, eine Anker- und Badebucht etwa 8 Seemeilen nördlich von Brindisi. Dort angekommen ankern wir zum ersten Mal. Anker runter, bei 6 Meter Wassertiefe nehmen wir zur Sicherheit 40 Meter Kette und siehe da, der Anker hält!!

Kein Wind am Ankerplatz aber dafür zweimal darf man raten, eine unangenehme Welle, und das schaukelt und schaukelt. Egal, Augen zu und durch. Diese Nacht gibt es wenig Schlaf für uns! Warum, ja, weil es unangenehm schaukelt und Ankerwache gehalten wird !! Schön ist das Seglerleben, hurrra !!!!!!

Am Samstag geht es um 05:30 Uhr los mit Kaffee und Tee zum Frühstück. Dann muss Sarina noch in den Mast, da ich einen selbstöffnenden Knoten am Ankerball gemacht habe. Dieser Knoten hat getan, was er verspricht, er hat sich selbst geöffnet. Dadurch hat sich der Ankerball locker flockig einige Male um Mast und Wanten gewickelt, und wollte diese Stelle auch nicht mehr verlassen. Somit, Sarina rauf. Ankerball runter. Natürlich auch Sarina wieder runter. Motor starten. Anker rauf und Kurs Richtung Monopoli. Kein aber wirklich KEIN Wind. Anzeige steht bei 0 Knoten. Dadurch Motoren wir die gesamte Strecke bis Monopoli.

Sind so 34 Seemeilen und wir kommen im Hafen von Monopoli nach ca. 8 Stunden an. Die Hafeneinfahrt hinein, gleich links an der alten Stadtmauer sind die gratis Liegeplätze, gleich nach dem Faro Monopoli. Zum Glück finden wir noch Platz. Vor uns hat erst ein Segler festgemacht. Wir machen backbordseitig fest und melden uns beim Hafenmeister telefonisch an. (Weil da eine Tafel ist, auf der steht, dass man das so tun soll.) Wir sollen zu ihm ins Büro kommen das gegenüber unseres Liegeplatzes ist, im Gebäude der Küstenwache. Somit alle Papiere unter den Arm und ab zum Hafenmeister. An der Tür die Klingel kurz gedrückt und schon wird die Tür geöffnet. Ein junger Mann der Guardia Costiera lächelt uns an, und bittet uns herein. Die Formalitäten sind in 15 Minuten unbürokratisch erledigt. Uns wird noch gesagt, dass wir maximal 24 Stunden dort liegen dürfen. Dann verlassen wir das Gebäude wieder um unsere Papiere zurück zum Schiff zu bringen. In dieser Zeit haben noch zwei Segler festgemacht. Einer vor, der Andere hinter uns.

Am Ende des Tages ist es dann so voll, dass einige wieder weg fahren und andere sich ins Paket legen. (Im Paket liegen: wenn ein Schiff an Land festgemacht hat, und sich ein oder mehrere weitere Schiffe dann an diesem Schiff befestigen und nicht an Land.) Somit echt voll. Wir machen für einige Stunden Monopoli unsicher und haben Spaß am Hauptplatz. Eine Große Veranstaltung mit allem drum und dran! Wichtig, ganz wichtig: Eis jagen! Wir jagen und erlegen für jeden eines, und genießen es im Schatten auf eine Bank. Dann kaufen wir noch ein wenig Gemüse ein. Danach geht es wieder zurück zum Schiff. Es ist ja auch schon finster und war ein langer Tag. Abendessen wird gekocht und genossen. Dann duschen und ab in die Koje.

Sonntag 07.07.2019
Wir wachen so um 07:30 Uhr auf. Wir haben sehr gut geschlafen, Dank der Ruhe und dem Schlafdefizit! Dann gibt es ein wenig Frühstück, das ist so’n Kaffee und Tee wie immer. Wir besprechen das Ablegemanöver und beginnen dann langsam die leinen loszumachen. Ablegen ohne ein Problem um ca 09:00 Uhr. Wir werden dabei von den hinter und vor uns liegenden Schiffen genau beobachtet. Darum drehen wir eine Ehrenrunde im Hafenbecken, winken und ab geht es Richtung Hafenausfahrt. Und wie soll es anders sein, KEIN Wind somit motoren und autopiloten wir.

Alles läuft super. Irgendwann, so um 14:45 Uhr frischt es auf. Wind, ja Wind! Jetzt schnell Segel rauf, Motor aus und es wird gesegelt. Kaum beginnen wir das Segeln zu genießen, kommt ein Schnellboot der Polizia Militare auf uns zu. Die sind zu sechst an Bord und kommen knapp neben uns. Sie winken und fragen: Woher wir kommen? Wohin wir wollen? Wer wir sind? Wie viele Personen an Bord? Ein Polizist macht Fotos von unserer Flagge, von uns, und der Registrierungsnummer am Schiff. An Bord kommt keiner. Kurzes Winken und weg sind sie auch schon wieder. Kurz darauf schläft der Wind wieder ein, somit Segel runter, Motor, auch „Volv“ genannt, und den „Robert“ unseren Autopilot, an. Direkter Kurs Brindisi Hafeneinfahrt. Kurz vor der Hafeneinfahrt dann 15-18Knoten Wind ganau auf die Nase. Egal, ist mal so.

Kurz darauf legen wir an, machen fest, und lassen das Erlebte revue passieren. Abendessen > Duschen > Koje!!!

Wie immer, sind Kleinigkeiten auf unserem VAYU zu tun und das Wetter zu beobachten, denn wir warten auf ein Wind- und Wetterfenster (Wind aus der Richtigen Richtung) um nach Griechenland überzusetzen. Für Ende dieser Woche sieht es wettertechnisch nicht so schlecht aus. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

LG Sarina und Peter und natürlich unser schwimmendes zu Hause VAYU

PS: nicht vergessen, wer bei Amazon etwas bestellt, immer über den Link auf unserer Seite einsteigen!!! Ihr findet den Link in der rechten Spalte ganz unten! Und bitte gerne auch weiter sagen, an Freunde und Familie!!! Vielen Dank!!